Das wichtigste im Überblick.

Die fachkundige Stellungnahme.

Hier geht es um das Thema "Fachkundige Stellungnahme": Um was geht es, was müssen Sie beachten? Das wichtigste als Überblick.

Um einen Gründungzuschuss zu erhalten, muss bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter eine fachkundige Stellungnahme vorgelegt werden. Nur "fachkundige Stellen" sind berechtigt zur Erstellung einer von der Agentur für Arbeit akzeptierten Beurteilung.

 

Eine fachkundige Stellungnahme ist ein Kurzgutachten, in dem das Gründungsvorhaben eines Existenzgründers hinsichtlich seiner Realisierbarkeit und seiner Tragfähigkeit durch eine fachkundige Stelle beurteilt wird.

 

Eine fachkundige Stellungnahme vorzulegen, verlangen insbesondere die Agenturen für Arbeit sowie die Jobcentern der Landkreise und der kreisfreien Städte von Erwerbslosen, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus mit öffentlicher Hilfe selbständig machen wollen. Grund hierfür ist die in § 57 Abs. 2 des Dritten Buchs des Sozialgesetzbuchs (kurz: SGB III) niedergeschriebene Vorgabe, dass diese Existenzgründer einen Gründerzuschuss erhalten können, wenn sie die Tragfähigkeit des Gründungsvorhabens und eine ausreichende Qualifikation für die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit durch die Vorlage einer positiv erfolgten „Stellungnahme der fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit der Existenzgründung nach § 57 Abs. 2 Nr. 3 SGB III" (Formblatt) nachweisen können.

 

Neben den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern verlangen darüber hinaus in manchen Fällen auch Kapitalgeber im Rahmen von Finanzierungsanfragen, die insbesondere auf die Aufnahme von Darlehen oder die Nutzung von Zuschüssen abzielen, von den Anfragenden eine fachkundige Stellungnahme.

 

Nach den Regelungen des Sozialgesetzbuches kann der Existenzgründer frei wählen, von welcher Stelle er sich mittels einer fachkundigen Stellungnahme die Tragfähigkeit des Gründungsprojekts bescheinigen lässt. Laut § 57 Abs. 2 SGB III sind speziell die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern, die verschiedenen berufsständischen Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute als fachkundige Stellen für die Erstellung einer fachkundigen Stellungnahme anzusehen.

 

Darüber hinaus wird in der Regel aber auch eine fachkundige Stellungnahme, die von einem Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberatern erstellt wurde, von den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern als Nachweis der Tragfähigkeit von Gründungsprojekten akzeptiert. Im Allgemeinen hat es sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen, dass ein aus der Arbeitslosigkeit kommender Existenzgründer vor der Vergabe eines Auftrags für die Erstellung einer fachkundigen Stellungnahme zunächst bei seinem Betreuer in der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter nachfragt, ob die gewählte fachkundigen Stelle als Aussteller einer fachkundigen Stellungnahme akzeptiert wird.

Bevor eine fachkundige Stelle eine fachkundige Stellungnahme ausstellt, hat sie zu prüfen, ob der Gründer über die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für die nachhaltig erfolgreiche Umsetzung des Gründungsvorhabens verfügt und ob der Businessplan, sowie der darin enthaltene Finanzplan in sich plausibel und sachgerecht sind. Mit einer positiven fachkundigen Stellungnahme bescheinigt die fachkundige Stelle zwar, dass unter Zugrundelegung ihrer speziellen fachlichen Kenntnisse der Existenzgründer und sein Gründungskonzept zum Zeitpunkt der Betrachtung die Anforderungen erfüllen, die an ein nachhaltig erfolgsversprechendes Gründungsprojekt gestellt werden.

 

Jedoch beinhaltet die fachkundige Stellungnahme keine Garantie dafür, dass der Gründer mit seinem Gründungsprojekt in der Realität tatsächlich den erwarteten Erfolg wird realisieren können.

 

Eine fachkundige Stellungnahme wird in der Regel von fachkundigen Stellen nur gegen ein Entgelt erstellt.

Existenzgründer, die aufgrund eines geforderten Entgelts generell von der Beauftragung einer fachkundigen Stelle abzusehen, schaden sich jedoch oftmals selbst. Für Existenzgründer empfiehlt es sich vielmehr, bei der Wahl der fachkundigen Stelle sowohl deren Kosten als auch deren Leistungen zu berücksichtigen.

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